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Februar 2006

TCM-Fachseminare

Pulsdiagnose in der Chinesischen Medizin
Ausgebucht! Keine Anmeldungen mehr möglich.

Wegen der großen Nachfrage wieder ein Wochenende über Pulsdiagnostik mit Dr. Florian Ploberger!

Dieser Kurs richtet sich an all jene, die ihr Wissen in der chinesischen Pulsdiagnostik vertiefen wollen. Grundvoraussetzung für die Teilnahme ist ein Verständnis über die Grundlagen der TCM-Phsysiologie und -Pathologie!
Ein Schwerpunkt wird auf die praktische Durchführung der Pulsdiagnostik durch die Kursteilnehmer gelegt.

Die Pulsdiagnostik ist jene diagnostische Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin, die am schwierigsten zu lernen ist. Wenn sie jedoch beherrscht wird, können umfangreiche Informationen innerhalb kurzer Zeit erhalten werden.
Die Bedeutung der Pulsdiagnose zeigt sich schon in dem Ausdruck ich lasse eine Pulsdiagnose machen. Diese Worte werden in China verwendet, um auszudrücken, dass man einen Arzt aufsucht!

DER INHALT DES KURSES

1. ALLGEMEINES UND DER NORMALE PULS

Qualitäten eines physiologischen (normalen) Pulses:

Der Pulsschlag entsteht durch Veränderungen des Blutflusses, die durch den Herzschlag verursacht werden. Die Kontraktion des Herzens wird in der westlichen Medizin Systole genannt. Die Entspannungsphase - zu dieser Phase fließt Blut zum Herz zurück - wird Diastole genannt.

Folgende Qualitäten werden in der TCM so gut wie immer interpretiert:

Die Stärke des Pulses
Die Höhe bzw. Tiefe des Pulses
Die Geschwindigkeit des Pulses
Der Rhythmus des Pulses

1. Die Stärke des Pulses:

Unter normalen Bedingungen sollte der Puls mittelstark sein, das heißt weder zu schwach noch zu stark. Ein mittelstarker Puls ist ein Zeichen dafür, dass Qi und Blut ausreichend vorhanden sind und die Zang Fu Organe keinen pathologischen Veränderungen unterworfen sind.
Sollte ein Puls auffallend stark sein, so ist dies ein Hinweis auf eine Überaktivität des Yangs. Diese Überaktivität des Yangs kann zweierlei Ursachen haben: Einerseits kann es sich um eine Invasion eines sogenannten Pathogenen Erregers, der Hitze von außen in den Körper bringt, handeln. Andererseits kann es ein relativer Überschuss des Yang aufgrund eines Yin-Mangels sein.
So wird beispielsweise ein voller (Shi) Puls als Hinweis für eine Überaktivität des Yangs bzw. der Hitze im Körper angesehen. Ein Puls, der schwächer (Xu) und gleichzeitig schneller (Shuo) als ein normaler Puls ist, deutet im Normalfall auf einen Yin-Mangel hin.

2. Pulshöhe bzw. Tiefe:

Unter normalen Umständen sollte der Puls hauptsächlich auf dem mittleren Niveau zu tasten sein. Dabei sollte er bei leichtem, aber auch starkem Druck, tastbar sein; dies jedoch schwächer als mit mittlerem Druck.
Ein Puls, der bei mittlerem Druckniveau am stärksten zu palpieren ist, zeigt, dass das Magen Qi kräftig ist und Qi und Blut ausreichend vorhanden sind.

Sollte ein Puls hauptsächlich oberflächlich (Fu) zu tasten sein, gibt es zwei Interpretationsmöglichkeiten:
Ist der Puls gleichzeitig oberflächlich (Fu) und voll (Shi), so handelt es sich um einen Überschuss aufgrund eines Pathogenen Erregers, der von außen in den Körper eindringt. Ist ein oberflächlicher (Fu) Puls gleichzeitig leer (Xu), d. h. kann der Puls bei mittlerem und starkem Druck (also in der Tiefe) nur schwer wahrgenommen werden, so handelt es sich um einen Leerezustand, speziell des Yin. In diesem Fall wird das Yang durch das Yin nicht kontrolliert und steigt an die Oberfläche auf.

Ein Puls, der nur in der Tiefe, nicht jedoch mit mittlerem und leichtem Druck (an die Oberfläche) zu tasten ist, ist ein Hinweis darauf, dass das Qi nicht an die Oberfläche zirkulieren kann. Dies kann aufgrund eines Pathogenen Erregers, der in das Innere des Körpers eingedrungen ist, oder aufgrund eines Mangels an Qi und Yang verursacht sein.

Zusammengefasst ist also ein hauptsächlich oberflächlicher (Fu), aber auch ein hauptsächlich tiefer (Chen) Puls ein Hinweis auf eine pathologische Veränderung des Körpers.

3. Die Geschwindigkeit des Pulses:

Die rhythmische Herzkontraktion ist die Ursache für den rhythmischen Pulscharakter, der an den Unterarmen zu tasten ist. Die normale Pulsgeschwindigkeit ist laut alter TCM - Literatur 4 bis 5 Schläge pro Atemzug.
Ein Atemzug entspricht dabei dem gesamten Zyklus des Einatmens, der Pause und des Ausatmens.

Interessanterweise wird hierbei der Atemzug des Therapeuten zur Interpretation herangezogen. Es wird davon ausgegangen, dass der Therapeut gesund ist. Pro Atemzug sollten wie beschrieben 4 bis 5 Pulsschläge stattfinden.

Die Pulsgeschwindigkeit ist von mehreren Faktoren abhängig: Allen voran von der Qualität des Yang-Qi des Körpers. Das Yang-Qi ist für die Bewegung innerhalb des Körpers zuständig.

Ein schneller (Shuo) Puls kann auf eine Überaktivität des Yang hinweisen.
Dieser schnelle (Shuo) Puls kann aufgrund eines wirklichen Überschusses (aufgrund des Eindringens des Pathogenen Erregers: Hitze) im Körper entstehen, oder aufgrund eines sogenannten Leere-Feuers (aufgrund eines Yin-Mangels).
Je stärker der Überschuss des Yang ist, desto schneller wird die Qualität des Pulses werden. Im Falle eines Yin-Mangels ist der Puls nicht nur schnell (Shuo), sondern zusätzlich an der Oberfläche zu tasten (Fu), da das aufsteigende Yang durch das verminderte Yin nicht kontrolliert wird.
Ein langsamer (Chi) Puls wird normalerweise bei Kälte im Körper bzw. einem Yang-Mangel gefunden. Es kann aber auch ein Hinweis auf eine Feuchte Hitze innerhalb des Körpers sein. Im Falle einer Feuchten Hitze innerhalb des Körpers blockiert die Feuchtigkeit die Zirkulation von Qi und Blut im Körper und verursacht deswegen einen langsamen (Chi) Puls. Diese Pulsqualität wird von Anfängern oft falsch interpretiert!

4. Rhythmus des Pulses:

Unter normalen Umständen sollte der Puls rhythmisch sein. In der westlichen Schulmedizin wird davon ausgegangen, dass der Puls in den Ein- bzw. Ausatemphase diskret schneller bzw. langsamer wird.

Um die Rhythmik des Pulses beurteilen zu können, sollten zumindest 50 Pulsschläge getastet werden.
Es ist Aufgabe des Herz-Qi ist, das Blut in den Blutgefäßen zu bewegen.

Ein rhythmischer Puls ist ein Hinweis auf eine normale Qualität des Herz-Qi. Ein unrhythmischer Puls zeigt an, dass die Qualität des Herz-Qi beeinträchtigt ist.
Darüber hinaus kann ein unrhythmischer Puls aber auch Hinweis auf eine Veränderung innerhalb anderer Organe sein. Generell gilt ein unrhythmischer Puls in der TCM als Zeichen für eine schwere Dysbalance innerhalb des Körpers. Unrhythmische Pulse, wie zum Beispiel: der intermittierende (Dai) Puls, der schnelle und unregelmäßige Puls (Cu) sowie der langsame und unregelmäßige (Jie) Puls treten erst bei einer massiven Erschöpfung eines der Organe auf.

Natürlich ist der Pulsschlag vom Lebensalter, vom Geschlecht, von der Konstitution, von der emotionalen Verfassung, von der Tageszeit, von einer eventuellen Medikamenteneinnahme, etc., abhängig.

Wichtig bei der Interpretation des Pulses ist, ob der erhobene Pulsbefund mit den Symptomen des Patienten übereinstimmt. So sollte zum Beispiel ein Mensch mit einer Hitze Konstitution einen schnellen (Shuo) Puls aufweisen, ein Mensch mit einer schwachen Konstitution einen leeren (Xu) Puls, etc.

2. PULSTASTUNG

3. SHEN DIAGNOSTIK

4. BEEINFLUSSENDE FAKTOREN

Der normale, physiologische Puls wird sowohl durch innere als auch äußere Faktoren beeinflusst.
Für chinesische Ärzte ist es wichtig, diese beeinflussenden Faktoren bzw. deren Auswirkungen auf den Puls zu kennen, um die Veränderungen von pathologischen Pulsqualitäten abgrenzen zu können.

1. Das Geschlecht
2. Das Alter
3. Konstitution
4. Gemütszustand
5. Ruhezustand
6. Jahreszeiten
7. Tageszeit
8. Stundenpuls
9. Medikamenteneinnahme
10. Geographische Lage
11. Ernährungszustand des Patienten:

5. PULSLOKALISATION

6. PULSQUALITÄTEN

Zu jeder der Pulsqualitäten wird die Definition des Pulses, ein bildlicher Vergleich aus der klassischen Literatur, eine Beschreibung der Bedeutung dieser Pulsqualität, eine Zuordnung entsprechend dem Dreifachen Erwärmer, sowie eine Auflistung der beschriebenen Pulsqualität in Kombination mit anderen Pulsqualitäten angeführt.

Folgende Pulsqualitäten werden theoretisch und praktisch vorgestellt:

Oberflächlicher Puls (Fu Mai)
Tiefer Puls (Chen Mai)
Schneller Puls (Shuo Mai)
Voller Puls (Shi Mai)
Leerer Puls (Xu Mai)
Gespannter Puls (Xian Mai)
Friedlicher Puls (Huan)
Dünner Puls (Xi Mai)
Gleitender Puls (Hua Mai)
Rauher Puls (Se Mai)
Kurzer Puls (Duan Mai)
Langer Puls (Chang Mai)
Überflutender Puls (Hong Mai)

7. DER PULS ZUR ZEIT EINER SCHWANGERSCHAFT

Die Teilnahme an Seminaren und Fortbildungen ist freiwillig und erfolgt auf eigene Gefahr. Jede/r Teilnehmer/in kommt für verursachte Schäden selbst auf und stellt den Veranstalter und Seminar/Fortbildungsleiter von allen Haftansprüchen frei.
Die angebotene Fortbildung ersetzt weder eine medizinische oder fachtherapeutische Behandlung noch ein Studium der allgemeinen Medizin.
Wir verweisen ausdrücklich auch auf die gültige Gesetzeslage in Österreich, nach der die Ausübung von Kursinhalten - die sich mit der Heilbehandlung an Kranken und der Diagnoseerstellung im Sinne des Ärztegesetzes beschäftigen - ausschließlich Ärtzten/innen vorbehalten ist.
Die Fortbildungen über solche Fachbereiche stehen Nichtärzten ausschließlich aus persönlichem Interesse zur Erweiterung ihres persönlichen Horizonts offen und dürfen nur im Rahmen ihrer Ausbildungen und Gewerbeberechtigungen angewandt werden.

Wann? 25. und 26. Februar 2006

Kurszeiten:
Samstag 9.00 bis 12.00 und 14.00 bis 17.00
Sonntag 9.00 bis 13.00

Der Veranstalter wird sich um die Einhaltung der angekündigten Termine bemühen. Änderungen von Kursort und Terminen sind jedoch möglich, die dann so bald als möglich gekannt gegeben werden.

Wo? Landhotel Forsthof, Raum Tassilo, Neustr. 29, Sierning/OÖ

Beitrag: 180,- Euro inkl. 20% Mwst

Anmeldungen ab sofort bei: BACOPA Bildungszentrum, Waidern 42, A-4521 Schiedlberg, Österreich.
Beschränkte Teilnehmerzahl. Nutzen Sie unser Anmeldeformular. Für alle Lehrveranstaltungen gelten unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB-LVA).

Fax: 07251-22235-16 oder per E-Mail unter: bildungszentrum@bacopa.at


Seminarleitung:

Ploberger Florian

Dr. med. univ. Florian Ploberger B. Ac., BA
Bachelor in Akupunktur der K.S. Universität (USA); 4 Semester Sinologie-Studium; Studienaufenthalte China (TCM-Universität in Peking und Chengdu) sowie Indien (LTWA - Library of Tibetan Works & Archives). Seit 2004 Studium der Tibetologie an der Universität Wien. (Bachelor of Arts in Sprachen und Kulturen Südasiens und Tibets 2009).
Mehrere Bücher (Schwerpunkt: Westliche Kräuter aus Sicht der TCM) veröffentlicht.
Leiter von ÖAGTCM und BACOPA-Bildungszentrum.
2007 Vortragstätigkeit am Men-Tsee-Khang (Schule für tibetische Medizin und Astrologie in Dharamsala, Nordindien).
Universitätslektor an der Wiener Universität.
Im Sommer 2009 wurde er offiziell mit der Übersetzung des bedeutendsten Werkes der tibetischen Medizin (rGyud-bZhi, deutscher Titel: Vier Tantra der Medizin) beauftragt.
Im Sommer-Semester 2010 Lehrtätigkeit am Institute of South and Central Asia der Charles University in Prag.

Herr Dr. Ploberger unterrichtet seit 2000 im Bacopa Bildungszentrum.